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Familien-Partei kritisiert Umsetzung der EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie

Strenge Umsetzung wird Bankenauftrag nicht gerecht und benachteiligt Familien

Hatten wir in Zeiten der Finanzkrise in Europa die zurecht geführte Diskussion, was eigentlich Kernaufgabe des Bankenwesens ist, nämlich die Versorgung der Volkswirtschaft mit Krediten, so legt nun Europa mit einer Kreditrichtlinie einen Mühlstein genau auf diese Aufgabe, insbesondere für Privatkunden und insbesondere für Familien.

Waren bislang, Bonität, Eigenkapitalquote und Wertentwicklung der Immobilie relevante Kriterien der Kreditvergabe, so spielt künftig die Frage eine viel wichtigere Rolle: wird der Kunde die Kreditverpflichtung auch über die gesamte Laufzeit erfüllen können? Schlimm daran ist nicht nur die Prüfung und Einschätzung, sondern und vor allem, dass die Banken für diese Einschätzung in Haftung genommen werden könnten.

Was wird nun die Konsequenz sein? Ein Haushalt mit nur einem Einkommen ist natürlich per se schlechter zu bewerten als wenn zwei Erwerbseinkommen das Haushaltseinkommen erwirtschaften. Ein weiterer Schlag für eine „normale“ Familie. 

Junge Menschen, besonders Frauen werden bei einer Kreditanfrage natürlich zu überprüfen sein, ob sie möglicherweise Kinderwunsch hegen. Eine Frage, die im Arbeitsrecht unzulässig ist, wird auf einmal bei der Kreditvergabe relevant.

Was wird noch passieren? Ein heute auskömmliches Einkommen beispielsweise aus einem Beruf im Dienstleistungs- oder Verwaltungsbereich kann für die Kreditdauer als fraglich angesehen werden, weil möglicherweise Rationalisierung droht.

Wie werden sich Banken verhalten? Wegen des drohenden Haftungsrisikos aus der Umsetzung der EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie werden sie Kreditvergaben sehr viel restriktiver betreiben als bisher und damit ihrem eigentlichen Auftrag per Verordnung nicht nachkommen können bzw. wollen.

Die Familien-Partei fordert von der Bundesregierung anders als so oft in der Frage der Umsetzung von EU-Richtlinien die Vorreiterrolle nicht einzunehmen und die Richtlinie auszusitzen.

„Der auf dem Papier wohlklingende Schutz vor finanzieller Überlastung geht von einem normierten Menschen aus und überreguliert die Lebenswirklichkeit der Menschen“, so Roland Körner, Bundesvorsitzender der Familien-Partei.

Die Familien-Partei fordert von Europa diese Richtlinie sinnvoll und lebensnah zu überarbeiten und wird ihren Europaabgeordneten Arne Gericke hierzu beauftragen entsprechend einzuwirken.