Bundesprogramm
11.2 Verkehr
Die Familien-Partei Deutschlands steht für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Erhaltung individueller Mobilität und dem Ausbau eines konkurrenzfähigen Angebots an öffentlichen Verkehrs- und Transportmitteln. Sie sieht eine große Chance in der Kombination von Individual- und Massenverkehr. Sie bewertet die momentanen Planungen als deutlich zu Ungunsten des letzteren Aspekts. Das greift negativ in die Zukunftschancen künftiger Generationen ein.
Die Familien-Partei Deutschlands ist für die Erforschung und den Ausbau neuer umweltschonender Technologien und Organisationsformen in allen Verkehrsbereichen.
Das Transportaufkommen sollte stark reduziert werden. Es sollte z.B. angestrebt werden, Produktionsstätten, weiterverarbeitende Betriebe und Kundschaft in räumliche Nähe zueinander zu bringen. Insofern ist die von der Industrie praktizierte Just-in-time-Lieferung zu kritisieren.
Transportkosten auf dem Straßenweg oder gar auf dem Luftweg müssen künftig auch die Vorhaltekosten für das Verkehrsnetz und die Folgekosten für die Umwelt in voller Höhe erfassen. Transporte über längere Strecken sollten vorrangig auf dem Schienenweg erfolgen.
Die Bundesrepublik Deutschland ist ein vielfrequentiertes Transitland innerhalb Gesamteuropas. Der so verursachte Verkehr beeinträchtigt den Verkehrsfluss und schädigt das Fernstraßennetz erheblich. Im Sinne einer angemessenen Kostenbeteiligung fordert die Familien-Partei Deutschlands die Autobahngebühren für LKW beizubehalten und alle PKW-Nutzer in die Finanzierung der benutzten Verkehrswege einzubeziehen.
Das Fahraufkommen im Geschäftsbereich kann durch den Ausbau neuer Kommunikationsmedien deutlich herab gesetzt werden. Durch die Nutzung moderner Kommunikationssysteme werden sich künftig viele Fahrten erübrigen, auch solche zwischen Wohnung und Arbeitsplatz.
Die Preise für Flugbenzin müssen international deutlich angehoben werden, um Wettbewerbsvorteile dieses sehr umweltschädigenden Verkehrsmittels auszugleichen und mit den Mehreinnahmen entsprechende Umweltmaßnahmen zu finanzieren.
Beim Personenverkehr ist dem Aufbau öffentlicher Verkehrsmittel gegenüber der Erweiterung von Park- und Straßenkapazitäten Vorrang zu gewähren. Die Preise im ÖPNV sollten so gestaltet werden, dass die Fahrtkosten vergleichbar sind mit denen bei Nutzung eines Pkw. Insbesondere ist das Angebot an Kleingruppen- und Familientarife auszubauen. Als flankierende Maßnahme muss der Ausbau der Radwegenetze besonders in Städten zügig vorangetrieben werden.
Besonderes Augenmerk ist auf eine bedarfsgerechte Versorgung des ländlichen Raumes mit öffentlichen Verkehrsverbindungen - gerade auch an Wochenenden - zu legen.
Jährlich verunglücken Tausende von Kindern auf Straßen. Schutzmaßnahmen für die Kinder müssen mit Nachdruck ergriffen werden. Der Verkehrserziehung ist verstärkte Aufmerksamkeit zu schenken, jedoch muss ein kindgerechter Verkehr Vorrang vor verkehrsgerechten Kindern haben! Die Haftungsgrenze für Kinder bei der Teilnahme am öffentlichen Verkehr ist von derzeit sieben Jahren auf das Lebensalter zehn Jahre heraufzusetzen.
Kinder und Senioren sind noch stärker als bisher in ihren spezifischen Eigenschaften bei Planungen und Vorschriften zum Straßenverkehr zu berücksichtigen.
11.3 Versorgung und Entsorgung

