Bundesprogramm
9.3 Bildung und Ausbildung
Leitidee: Für die Familien-Partei Deutschlands sind Bildung und Ausbildung der nachfolgenden Generationen Gegenstand eines Generationenvertrages.
Jede Generation wurde ausgebildet und hat diese Vorleistung an die Gesellschaft in gleichwertiger Form zurückzugeben. Dieser Generationenvertrag ist mittlerweile stillschweigend gekündigt worden. Das belegen die Einsparmaßnahmen im schulischen und universitären Bildungsbereich.
Die Familien-Partei Deutschlands unterstützt das Recht der Jugend auf für die Adressaten kostenfreie Bildung und Ausbildung. Auch angesichts künftiger Anforderungen an die Arbeitsgesellschaft hält sie eine umgehende Kehrtwende zu einem finanziell gut ausgestatteten, effektiven und sozial verträglichen Bildungssystem für dringend geboten.
Nur eine hervorragend ausgebildete Erwerbsgesellschaft kann ausreichend flexibel auf die stetigen Veränderungen des globalen Wirtschaftslebens reagieren und so ihre eigene Infrastruktur aufrecht erhalten. Gut und vielseitig ausgebildete Menschen sind unabhängiger in ihrer Lebensgestaltung. Sie sind wirtschaftlich weniger stark erpressbar, freizügiger und in vielerlei Hinsicht nicht so leicht zu instrumentalisieren.
Eine qualifizierte Ausbildung der eigenen Bevölkerung macht den Staat davon frei, fremde Völker (oftmals sogenannte Schwellenländer) durch Entzug ihrer geistigen Elite ausbeuten zu müssen. Außerdem ist für die eigene geistige Elite genügend Anreiz zum Verbleib in Deutschland zu schaffen.
Bildung ist mehr als Vorbereitung auf einen Beruf. Lerninhalte können nicht allein daran gemessen werden, welchen Nutzen sie für die spätere berufliche Arbeit bringen. Der „industriekompatible Schulabgänger“ - wie viele ihn fordern - braucht auch menschliche, soziale und geisteswissenschaftliche Qualitäten.
Die Familien-Partei Deutschlands fordert ein dem Stand der kindlichen Entwicklung angepasstes humanes Schulsystem mit individuellen Fördermöglichkeiten. Bildung hat gemäß Begabung zu erfolgen. Bildung und Ausbildung haben auf Unterschiede in den persönlichen Voraussetzungen zu reagieren und sollten entsprechend einer pluralistischen Bildung auch Unterschiede produzieren. Erfolgreiche Bildungsvermittlung kann keine Massenabfertigung sein. Dagegen muss das zunehmende Analphabetentum in unserem Lande intensiv vermindert werden.
Die Wahlfreiheit der Schultypen muss für Eltern und Kinder gewährleistet werden. Schüler, Eltern und Lehrkräfte müssen verlässliche und dauerhafte Schulformen haben. Reformen dürfen nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden.
Die Familien-Partei Deutschlands sieht eine wichtige Lernvoraussetzung in kleinen Schulklassen, die in Wohnungsnähe angeboten werden. Der Unterricht sollte lebensbezogen sein. Bundesweit ist eine Schulbuch-, Lernmittel- und Schulwegkostenfreiheit bis zum Abschluss der Schule oder Ausbildung zu gewährleisten. Behinderte Schülerinnen und Schüler sind zu integrieren, insofern dies nicht einer besseren spezifischen Förderung zuwider läuft.
Aus einem Schulwechsel in ein anderes Bundesland sollten keine strukturbedingten Nachteile entstehen. Gerade Familien sind sonst weniger freizügig als Kinderlose und werden somit leicht zu den Verlierern in der Konkurrenz des Arbeitsmarktes. Grundvoraussetzung eines familienfreundlichen Bildungswesens ist eine verbindliche Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit der in den einzelnen Klassenstufen behandelten zentralen Lerninhalte und angestrebten Kompetenzen - auch bei einer Beibehaltung föderalistischer Bildungspolitik.
Schule, Ausbildung und Studium nach Vollendung des achtzehnten Lebensjahres sollte der Staat als Erstausbildung sowohl hinsichtlich der institutionellen Kosten der Bildungsträger als auch der unabdingbaren individuellen Lebenshaltungskosten in einem angemessenen Zeitrahmen finanzieren. Die Finanzierung sollte an regelmäßige Nachweise des Bildungserfolges geknüpft werden. Für andere Bildungsgänge sind Darlehen zu gewähren, die zinslos bleiben, solange der/die Betroffene in Deutschland steuerpflichtig ist.
Schwellenängste zu anderen Nationen sollten durch intensivere Förderung von Austauschmaßnahmen in allen Bildungsbereichen abgebaut werden. Eine Ausbildung in anderen EU-Staaten ist zu fördern. Im Gegenzug sollte die Steuerpflicht auch an die Nationalität des künftigen Erwerbstätigen und nicht allein an den Wohnort gebunden werden.
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